Martinstag- Sankt Martin von Tours 2.

Berg von Somló

Martinsgans

Jeder weiß, dass man am Martinstag Gans isst. Aber warum? Worauf ist es zurückzuführen?

Die bekannteste Szene aus seinem Leben ist, die als Martin zum Bischof von Tours gewählt wurde. Der Legende nach ist er als bescheidener Mensch in den Gänsestall geflohen, als er erfuhr, dass er zum Bischof von Tours geworden ist. Aber die laute Schar der Gänse hat seinen Aufenthaltsort den Toursern verraten. So haben sie ihn aus dem Gänsestall herausgeholt und zum Bischof gewählt. Darum wird er meistens mit einer Gans zusammen dargestellt. Darum ist es üblich, an seinem Gedenktag Martinsgans zu essen.

Jedoch gehen das Essen der Gans und dieser Legende auf die Römer zurück. Die Römer haben am 11. November Aesculapius mit dem Essen des Gänsefleisches und dem Trinken des neuen Weines gefeiert. Allgemein bekannt ist die Geschichte, nach der die Gallier im Jahr 390 vor unserer Zeitrechnung während des Krieges zwischen den Galliern und Römern, bei Nacht die Zitadelle von Rom erobern wollten. Die Gänse vom Kapitol haben die Burgwache mit ihrem Gegacker wach gemacht. Darum nannten die Römer die Gans den Vogel von Mars (Avis Martis) und sie haben ihn auch für den Vogel von Mars gehalten.

Dass Martin auch der Patron der Tiere ist, hat er von Mar „geerbt“, der ursprünglich der Gott der Hirten war.

Volksbräuche am Martinstag in Ungarn

Die ungarische Volkskultur ist sehr reich an Bräuchen am Martinstag.

Um diesen Tag gingen die Tiere meistens für den Winter in die Ställe. An seinem Tag war der Abschluss des wirtschaftlichen Jahres und die Hirten mussten mit ihrer Arbeit verrechnen und die Neuen wurden dann aufgenommen bzw. angestellt.
Er ist auch Patron der Tiere, schützt sie vor Krankheiten.

Am Martinstag hat man ein köstliches Mahl veranstaltet und man hat Martinsgans gegessen und aus dem Martinsglas wurde der neue Wein zuallererst probiert. Viele prognostizierten auch an seinem Tag das Wetter für den ganzen Winter. Wie es an seinem Tag war, bleibt so durch den ganzen Winter.

In Hosszúpereszteg war es früher üblich, am Martinstag Strudel zu backen.
Im Dorf sagte man, dass die Bäuerinnen den Mantel von Sankt Martin den Strudelteig ausziehen, damit die Familie an keiner Not leidet.
Die Bauerinnen, die früher Gänse gehalten haben, haben um den Martinstag herum eine Messe lesen lassen, damit sie auch nächstes Jahr gesunde Gänse haben.
Es war auch üblich, mit Hilfe der Knochen der Gans an seinem Tag das Wetter für das nächste Jahr vorherzusagen.

Am Martinstag gärte in der Regel der neue Wein. In Eger / Erlau war es einst üblich, dass man zu dem Gesellen in der Zunft der Fassbinder, die gut gearbeitet haben, sagte: „ Er hat das Glas von Sankt Martin verdient“. Es bedeutete, dass er aus dem neuen Wein der Siedlung, den sogenannten „Martiniloben“ trinken durfte.

In der Gegend von Somló wird für diesen Tag der erste Schnee erwartet. Man sagte, wenn Martin auf einem weißen Pferd kommt, also wenn es schneit, kommt ein milder Winter, und wenn auf einem braunen, dann gibt es keinen Schnee, und der Winter wird hart.

In Endrőd wurde es so gehalten: Wenn die Gans am Martinstag auf dem Eis steht, dann geht sie zu Weihnachten ins Wasser.

Weitere Legenden über Sankt Martin

Viele weitere Legenden stehen mit Sankt Martin in Verbindung. Ohne Anspruch auf die Vollständigkeit kommen hier noch einige Legenden von ihm.

Eine welche auch die gut bekannte Legende, über die ich vorher schon schrieb besagt, dass er die Hälfte seines Mantels auf die Schulter eines frierenden Bettlers gelegt hat. Der Bettler war Jesus selbst. Martin hat ihm geholfen.

Als Heiliger Martin lebte, regierte der Kaiser Julianus/Julius. Martin sagte zum Kaiser, dass er die Feinde ohne Waffen und zwar nur mit dem Kreuz in der Hand besiegen wird. Die Feinde haben kapituliert.
Martin wollte über die Alpen zu seinen Eltern gehen. Er wurde von Räubern gefangen genommen. Er hat die Räuber zum Christentum bekehrt.

Vor den Heidnischen hat er einen gestorbenen Jungen auferweckt.

Er hat einen Lepra-Kranken umarmt und der ist wieder gesund geworden.

Quelle:
Bálint Sándor ünnepi kalendárium II.

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Burg in Somló

Burg in Somló

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Burg in Eger, Erlau

Burg in Eger, Erlau

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Autor: Elisabeth Balazs
Reiseleiterin in Budapest und Ungarn, mit viel Herz und Humor

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Ihre Elisabeth

2020-11-12T17:46:39+00:00