Martinstag- Sankt Martin von Tours

Abtei in Pannonhalma

Der 11. November, der Tag von Sankt Martin von Tours nähert sich. Sein Kult hat sich europaweit verbreitet. Sein Tag ist durch zahlreiche Bräuche geprägt. Wo ist er geboren, wie war sein Leben? Was hat er mit Ungarn zu tun?

In Ungarn geboren

Sankt Martin ist gegen 316-317 in Savaria, im heutigen Szombathely, das sich in Westungarn, an der ungarischen-österreichischen Grenze befindet, als Sohn eines römischen Soldaten geboren. Früher wurde vermutet, dass er in Pannonhalma, wo die zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Benediktiner Erzabtei steht, auf die Welt gekommen ist. Die Erzabtei steht auf dem Hügel von Sankt Martin. Auch die Erzabtei wurde ihm gewidmet.

Die neusten Forschungen zeigen eindeutig, dass Sankt Martin in Savaria, im heutigen Szombathely geboren ist. Sein Geburtshaus stand an der gleichen Stelle, wo jetzt die Sankt Martin Kirche steht.

In Amiens und Gallien

Mit 15 Jahren ist  Heiliger Martin Mitglied der römischen Armee geworden. Damals ist es passiert, dass er im Winter nach Amiens auf dem Pferd sitzend einreiten wollte. Vor den Stadttoren sah er, dass ein halbnackter Bettler steht. Er hatte mit ihm Mitleid und er wollte ihm helfen. Er hat seinen Mantel in zwei Teile geteilt hat. Eine der Hälften hat er auf den frierenden Bettler gelegt und die andere Hälfte des Mantels, des „cappa” wurde zur Reliquie der französischen Herrscher. (Das lateinische Wort Cappa bedeutet Mantel mit Kapuze.) Die Reliquie wurde in einer Kapelle aufbewahrt. Kápolna, das ungarische Wort für Kapelle, wurde aus dem Aufbewahrungsort seines Cappa abgeleitet.

Nachts ist Jesus ihm mit dem geteilten Mantel erschienen. So hat Sankt Martin erfahren, dass er Jesus geholfen hat.

Mit 18 Jahren ist er christlich geworden und er ist aus der Armee ausgetreten.
Als Missionar war er in Illien, Galinaria und er kam bis zur Donau. In Gallien gründete er die das erste Mönchkloster.

Sankt Martin- Bischof von Tours

371 wurde er durch das Volk zum Bischof in Tours gewählt. 375 gründete er das Mönchkloster in Marmoutiers.

Er ist am 8. November 397 in Candes bei Tours gestorben. Am 11. November wurde er beerdigt. Darum ist der 11. November sein Gedenktag. Er ist der erste Heilige der Welt, der keinen Märtyrertod erlitten hat.

St. Martin wurde einer der Schutzpatrone von Frankreich.

Sein Kult in Ungarn

Er ist einer der populärsten Heiligen von Ungarn.

Sein Kult wurde auch von dem Gründer von Ungarn, von dem Hl. Stefan unterstützt. Er hat auf seine Fahne das Bild von dem Hl. Martin malen lassen.

Seine Popularität beweisen die zahlreichen Ortsnamen, Kirchenpatronate und Familiennamen. Es ist unmöglich aufzuzählen, wie viele Kirchen im gewidmet wurden und wie viele Ortschaften seinen Namen tragen. Martin heißt auf Ungarisch Márton. Hier kommen nur einige Beispiele für seinen Kult.

Kirchen, die ihm u.a. gewidmet wurden: Erzabtei in Pannonhalma, die schon erwähnte Kirche in Szombathely, in Kemenesszentmárton, Nagypöse, Nagytilaj, Sárvár, Kópháza, Ravazd usw.

Ortschaften, die seinen Namen aufbewahrt haben: Alsószentmárton, Bükkszentmárton, Martonvásár, Hegyszentmárton, Szigetszentmárton, Tápiószentmárton, Tiszaszentmárton usw.
Familiennamen mit seinem Namen: Márton, Marton, Martonyi, Martos, Maros usw.
Auch viele Gewerbe wählten ihn zum Patron, wie die Soldaten, Fassbinder, Schneider, Hirten, Winzer u.a.

Quelle:
Bálint Sándor ünnepi kalendárium II.

Luftbilder:
www.civertan.hu
www.legifoto.com

Abtei in Pannonhalma

Abtei in Pannonhalma

Luftbild:
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Auf den Spuren von Sankt Martin in der Innenstadt von Szombathely

Auf den Spuren von Sankt Martin in der Innenstadt von Szombathely

grafischer Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten:
www.varos-terkep.hu


Autor: Elisabeth Balazs
Reiseleiterin in Budapest und Ungarn, mit viel Herz und Humor

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2020-11-12T17:43:54+00:00