Sankt Nikolaus- Nikolaus von Myra

Nikolaus

Der 6. Dezember, einer der Lieblingstage der kleinen und großen Kinder, nähert sich schon. Sie schreiben vielleicht ihre Briefe mit ihren Wunschgeschenken an den guten Nikolaus. Sie putzen eventuell bereits fleißig auch ihre Schuhe und Stiefelchen, damit der gute Nikolaus sie für ihr gutes Benehmen mit den gesehnten Spielzeugen und Süßigkeiten belohnt.

Wie alt ist dieser Brauch? Worauf ist er zurückzuführen?

Der Bischof von Myra

 Der Heilige Nikolaus ist vielleicht der bekannteste Heilige der östlichen Kirche.

Jeder kennt Sankt Nikolaus von Myra, auf Ungarisch Mikulás, mit langem, weißen Bart, roter Bischofsmitra, rotem Mantel und dem Bischofsstab. Er ist besonders bei den Kindern sehr beliebt. Nicht umsonst. Weil die Bravsten am 6. Dezember vom Nikolaus beschenkt werden. Mit Recht.

Wer war er?
Über sein Leben ist wenig erhalten geblieben. Er ist in Patara in Klein-Asien geboren. Er ist der Bischof von Myra geworden, wo er am 6. Dezember gegen 350 auch gestorben war. Sein Todestag wurde sein Erinnerungstag.
Sein Gedenktag ist mit zahlreichen Legenden verbunden. Es ist unmöglich, alles zu erwähnen. Hier kommen nur seine bekanntesten Legenden.

Am Nikolaustag: Bescherung der Kinder

Aber warum beschert eben Nikolaus die Kinder und nicht irgendein anderer Heiliger? Das geht auf eine seiner Legenden zurück.
Er hatte ein sehr gutes Herz und viel Empathie. Als kleines Kind neigte er schon zur Hilfegabe.Als seine Eltern während einer Pestepidemie verstorben sind, verteilte er ihr Vermögen unter den armen Leuten.
Ein weiteres Zeichen seines guten Willens und gutes Herzens war, dass er die 3 Töchter eines arm gewordenen Vaters vor der Prostitution so gerettet hat, indem er Goldmünzen durch ihr Fenster reingeworfen hat. So konnte der Vater mit dem Geschenk von Nikolaus seine Töchter gut verheiraten.Das ist vielleicht seine bekannteste Legende auf die, die Bescherung der Kinder an seinem Gedenktag, am 6. Dezember zurückzuführen ist.
Aber auch zahlreiche weitere Legenden berichten über seine Hilfsbereitschaft. Nikolaus hat den Kindern geholfen. Er hat sie aus Unglück und Not gerettet. Darum ist der St. Nikolaus unter anderem auch der Schutzpatron der Kinder.

Schutzpatron der Schiffsleute und Matrosen

Aber auch die Schiffsleute und Matrosen verehren ihn auch als Schutzpatron. Warum?
Für sie hat er während seines Lebens auch öfters Gutes getan. Einmal hat St. Nikolaus sie bei großem Sturm auf der See vor dem Tod so gerettet, indem er den Sturm einfach gestillt hat.

Vermehrung des Kornes

Als Nikolaus während einer Hungersnot erfahren hat, dass ein Schiff voll mit Getreide im Hafen liegt, hat er die Seeleute gebeten, einen Teil des Kornes auszuladen, um den notleidenden Menschen zu helfen. Sie haben es zuerst verweigert, weil es dem byzantinischen Kaiser geliefert werden musste. Als Nikolaus ihnen versprochen hat, dass sie keinen Schaden erleiden werden, dann haben sie es erlaubt und später haben sie verwundert festgestellt, dass das Getreide trotz der entnommenen Menge nicht weniger geworden ist!

Geld und Glas von Sankt Nikolaus

Sankt Nikolaus spielte früher in Ungarn bei den verschiedensten finanziellen Geschäften eine wichtige Rolle. Als man früher auf den Märkten dem Händler Vorschuss für ein Produkt übergeben hat, nannte man jenes Geld „das Geld von Sankt Nikolaus“. Und wenn das Geschäft, der Handel zustande kam, dann hat man darauf natürlich getrunken. Der Kauftrunk wurde „aus dem Glas von Sankt Nikolaus“ getrunken. So nannte es sich in Ungarn.

Mikulás, Krampus und Ruprecht

In der ungarischen Volkstradition ist es seit dem 19. Jh. üblich, dass der Nikolaus am 6. Dezember in der Früh zu den braven Kindern geht und in die an der Fensterbank aufgestellten Stiefel kleinere Geschenke, wie Schokolade, Obst legt. Dieser Brauch hat sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Ungarn durch den österreichischen Einfluss verbreitet.

Das ungarische Wort, „Mikulás“, auf Deutsch Nikolaus, kommt ursprünglich aus dem tschechischen Sprachraum.Zu der Begleitung von Nikolaus gehören auch die kleinen Teufel, Krampus, Ruprecht, die den weniger braven Kindern eine Rute verteilen.
Früher war es üblich, dass die Teufel, die Krampusse, die Ruprechte, als sie den Nikolaus begleiteten, großen Lärm mit Ketten auf der Straße machten. Warum? Das hatte eine symbolische Bedeutung. Es wurde vermutet, dass die bösen Geister durch das laute Geräusch verjagt werden.
In mehreren ungarischen Dörfern, wie z.B. in Csepreg, Vép war es bei den Jugendlichen üblich, am Tag von Heiligen Nikolaus mit Ketten um die Taille herum von Haus zu Haus zu gehen. Sie haben dadurch die Leute geängstigt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Nikolaus Tag und dass er Ihre Schuhe und Stiefel mit vielen Süßigkeiten füllt!

Bilder: Pixabay

Nikolaus


Autor: Elisabeth Balazs
Reiseleiterin in Budapest und Ungarn, mit viel Herz und Humor

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Ihre Elisabeth

2020-12-04T17:31:52+00:00