Revolution von 1956

Demonstranten gehen auf den Bem Platz in Buda. Foto: Fortepan/ Faragó György

Ausbruch der Revolution

Etwa fünfzigtausend Menschen haben daran teilgenommen (s. Foto oben) und sie forderten Freiheit, Unabhängigkeit und die Wiederherstellung der Demokratie, sowie die Ernennung von Imre Nagy zum Ministerpräsidenten. Der Demonstration der Studenten haben sich viele Arbeiter am Nachmittag angeschlossen.
Vom Denkmal von Bem gingen die Demonstranten über die Kossuthbrücke zum Parlament. Am Parlament waren schon etwa 200 000 Menschen. Imre Nagy hielt um 21 Uhr eine Rede am Fenster des Parlamentes.
Gegen 21:30 wurde die ca. 6 Tonnen schwere und 10 m hohe Statue von Stalin auf dem Dózsa György Weg entfernt. Bloß seine Stiefel sind auf dem Postament geblieben und darum wurde der Platz humorvoll als Stiefel-Platz umbenannt.
Viele gingen auch zum Gebäude des Ungarischen Radios, um die Forderungen per Rundfunk bekanntzumachen.
Die Revolution ist ausgebrochen.

„Pester Kerls“

Die Revolution fand landesweit statt. Sowohl Frauen als auch Männer in unterschiedlichen Altersgruppen haben daran teilgenommen. Alle waren fest vom Sieg der Revolution überzeugt. Eines der Symbole der Revolution ist die sog. „Pester Kerls“. Das waren Kinder in ganz jungen Jahren, sehr viele weit unter 20 Jahren. Sie haben heldenhaft mit Waffen für die Freiheit gekämpft. Ein Denkmal wurde ihnen in Corvin köz in Budapest gewidmet. (s. Foto)
Die stalinistische Regierung war vor den Ereignissen verschreckt und am 24. Oktober wurde Imre Nagy zum Ministerpräsidenten ernannt, um die allgemeine Unzufriedenheit zu beruhigen.
Am 25. Oktober fand eine friedliche Demonstration am Parlament statt, an der meine alte Freundin damals teilgenommen hat. Sie erzählte mir, dass sowjetische Panzer und sowjetische Soldaten von dem Dach der umliegenden Gebäude in die friedliche Menschenmasse geschossen haben! Ca. 200 Menschen sind gestorben.
Sie erzählte auch, dass die meisten sowjetischen Soldaten nicht mal 20 Jahre alt waren und sie nach dem Suez-Kanal gesucht haben! Sie wussten nicht einmal, dass sie nicht in Ägypten, sondern in Budapest sind!!!!
Am 1. November hat Imre Nagy den Austritt von Ungarn aus dem Warschauer Paket angemeldet.

Niederschlagung der Revolution

Sowohl die Suez – Krise im Oktober, als auch die Erklärung der USA über die Nichtintervention in die ungarischen Ereignisse, änderten die Entscheidung für Moskau über die Niederschlagung der Revolution in Ungarn.
Am 4. November hat Sowjetunion ohne Kriegserklärung den Krieg gegen Ungarn begonnen.
Die Ungarn konnten gegen die in der Überzahl der anwesenden Sowjets bis zum 12. November durchhalten.
Die ungarische Revolution wurde niedergeschlagen.
Etwa 3000 Ungarn und ca. 700 Sowjets sind dabei gestorben.

Nachwirkung der Revolution

Ca. 200 000 Ungarn haben das Land verlassen. Sehr viele Menschen wurden eingesperrt, gefoltert oder umgebracht.
Während meiner Arbeit hatte ich früher mehrere ältere Herrschaften in Reisegruppen aus Deutschland, die mir erzählt haben, dass sie die Nachrichten im Radio über die Ereignisse der ungarischen Revolution gehört haben und sie die Daumen den Ungarn gedrückt haben.
Und zwar wurden die brutale Vergeltung und die Unterdrückung des ungarischen Volkes sowohl von der UNO als auch von der Weltöffentlichkeit verurteilt, jedoch hat niemand den Ungarn geholfen.

Foto oben:
Demonstranten gehen auf den Bem Platz in Buda.
Foto: Fortepan/ Faragó György

Demonstranten auf dem Bem Platz in Buda. Foto: Fortepan/ Faragó György

Demonstranten auf dem Bem Platz in Buda.
Foto: Fortepan/ Faragó György

Die Statue von Stalin wurde entköpft. Kreuzung des Rákóczi Wegs und des Großen Rings in Budapest Foto: Fortepan/ Hofbauer Róbert

Die Statue von Stalin wurde entköpft.
Kreuzung des Rákóczi Wegs und des Großen Rings in Budapest
Foto:
Fortepan/ Hofbauer Róbert

Panzern auf dem Großen Ring in Budapest, zwischen der József und Baross Straße Foto: Fortepan/ Marics Zoltán

Panzern auf dem Großen Ring in Budapest, zwischen der József und Baross Straße
Foto:
Fortepan/ Marics Zoltán

Ecke der Semmelweis und Kossuth Lajos Strasse, Bücher werden vor dem Haus der Sowjetischen Kultur und Wissenschaft verbrannt Foto: Fortepan/ Marics Zoltán,

Ecke der Semmelweis und Kossuth Lajos Strasse,
Bücher werden vor dem Haus der Sowjetischen Kultur und Wissenschaft verbrannt
Foto:
Fortepan/ Marics Zoltán,

Leben in den Kellern während der Revolution von 1956 Foto: Fortepan/ Nagy Gyula

Leben in den Kellern während der Revolution von 1956
Foto:
Fortepan/ Nagy Gyula


Autor: Elisabeth Balazs
Reiseleiterin in Budapest und Ungarn, mit viel Herz und Humor

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Ihre Elisabeth

2020-10-24T19:53:20+00:00