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Türken in Ungarn: von dem Kaffee und Tabak über gefülltes Kraut bis zum Schwein und Huhn

PaprikaDie Türken haben 1541 Ungarn erobert und waren 145 Jahre lang in Ungarn.
Zahlreiche Bücher beschäftigen sich  aus mehreren Aspekten, mit der Einnahme des Landes durch die Türken.
Oft werde ich gefragt, ob das irgendwelche Einflüsse auf die ungarische Kultur hatte und das noch erkennbar ist?
Kommen Sie mit mir auf eine kleine Kulturrreise in der ungarischen und türkischen Küche und Sprache!


Bei solchem langen andauernden, nicht erwünschten Zusammenleben wirken schon die Kulturen  aufeinaner, unabhängig davon, ob  man es möchte oder nicht.
Das sind unbewusste Prozesse, deren  Abdrücke über Jahrhunderte von Generation zu Generation  weitergegeben wurden.
So gibt es auch in unserer Sprache und Küche immer noch erkennbare Spuren. Welche sind das? Was alles haben die Ungarn von der türkischen Lebensweise und Sprache übernommen?
Eine ganze Reihe von Neuigkeiten. So z.B. der Kaffee, den die Ungarn bis zum 17. Jh. gar nicht gekannt haben. Die Türken haben ihn bei uns eingeführt.
Sie haben auch den Paprika verbreitet, den die Einheimischen nach dem Verbreiter mit dem Wort „türkischen Pfeffer” bezeichnet haben.
Aber auch die Tomate, die Aprikosensorte kajszi barack und der Mais verbreiteten sich in Ungarn durch die türkischen Besatzer.
Den Mais nannten die Ungarn lange türkischen Weizen.
Die türkische Bohne, die türkische Erbse, die türkische Hirse, der türkische Nuss, wie das schon ihr Name zeigt, kamen auch durch die Türken nach Ungarn.
Zahlreiche Speisen, die wir jetzt schon für echte ungarische Speisen halten, können ihre Geburt in der ungarischen Küche der türkischen Küche verdanken.
Das beliebte gefüllte Kraut hat seinen Ursprung auch in der Küche der Eroberer. Die Türken haben den Reis und das Fleisch in die Blätter der Weintraube oder des Krautes gelegt. Bei den Ungarn hat sich diese letztere Methode eingebürgert.
Eines der populärsten Gebäcke, das man sogar in dem ganzen Land überall auch auf der Straße kaufen kann, ist  das „Pogacsa.“ Sein Name kommt aus dem türkischen „Bogaca“. Was ist das? Das ist ein schmackhaftes, rundförmiges, kleines Salzgebäck, dessen Teig mit Mehl, Butter, saurer Sahne und Salz gemacht wird. Auf dessen Gipfel kommt, je nach Geschmack, aber meistens etwas Käse. Für Pogacsa gibt es viele verschiedene Rezepte, die unbedingt ausprobiert werden sollten. Es ist einfach zu backen, schnell und man kann davon nie genug backen.
Ebenso gerne isst man bei uns „Langos“.  Es ist auf das türkische „pitah“ zurückzuführen. Das wird aus Hefeteig zubereitet und in  heißem Öl frittiert. Seine Oberfläche wird mit Knoblauch geschmiert, saure Sahne und Käse bereichern seinen Geschmack. Wenn man davon ein einziges, gutes Stück ist, braucht man an jenem Tag sicherlich nichts mehr essen.  Zur Abmagerungskur ist das jedoch auf keinen Fall geeignet! Aber mindestens schmeckt es lecker...
Die Ungarn bereiten gerne  „tarhonya“ als Beilage für Fleischgerichte zu. Diese jetzt schon als echte ungarische Spezialität gehaltene Garnierung kam auch mit den Türken nach Ungarn. Was für ein Wunder ist das? Das sind eine Art Spätzle. Vielleicht damit kann man es noch am genausten bezeichnen. Bloß ist das eine in der Sonne getrocknete Art von Nudeln. Es wird aus Mehl, Ei, Salz angefertigt, durch spezielles „tarhonya“ Sieb gerieben und danach in der Sonne getrocknet. So kann man es Jahre lang aufbewahren.
Der Tabak ist auch durch die Türken bekannt geworden.
Die Türken hatten eine entwickelte Badekultur, die sie auch hier beliebig gepflegt haben.
Das Ungarische ist immer noch reich an türkischen Wörtern, bloß haben sie sich schon so weit in unsere Sprache integriert, dass niemandem mehr der fremde Ursprung einfallen würde.
Hier erwähne ich nur einige davon.
Kecske (Ziege), bika( Stier), borjú (Kalb), disznó (Schwein), tyúk (Huhn), alma(Apfel), borsó (Erbsen), búza (Weizen), dió (Walnuss),egyház (Kirche), szőlő (Traube), bor (Wein),orvos (Arzt), törvény (Gesetz), sátor (Zelt).
Was sagt eines der Sprichwörter, wenn sie schlechte Nachbarn haben? Schlechte Nachbarschaft zählt als türkischer Fluch, also heisst, dass die schlechte Nachbarschaft kein Segen bringt.

Budapest, 20.10.2014