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Von „Betlehemezés” bis zu „Regölés”: Volksbräuche um Weihnachten

WeihnachtenWas für Volksbräuche wurden früher vor, zu und nach Weihnachten in Ungarn gefeiert? Was bedeuten„betlehemezés” und „regölés”?


In der Vorweihnachtszeit gab es früher in Ungarn sehr viele Volksbräuche, die die Wartezeit auf Weihnachten, des innigsten familiären Feiertages bunt und reich machten.
Einige davon werden in manchen Teilen des Landes immer noch gehalten.
Welche sind das?
Während der Adventszeit gibt es schon mehrere Bräuche, wie z.B. der Nikolaustag oder der Tag der Heiligen Lucia. Über sie können Sie weiter unten mehr lesen.

Hauptsächlich auf dem Lande, in den Dörfern war es  kurz vor Weihnachten weit verbreitet,  dass sich einige Gläubige zusammengetan haben und als Heilige Familie 9 Tage lang, jeden Tag bei einer anderen Famile, Obdach gesucht haben.
Dieser Brauch heisst Obdachssuche.  Dabei wird ein kleines Bild der Heiligen Familie mitgenommen, das auf einem Tisch aufgestellt wird. Man betet und singt dabei.
Es war in den katholischen Dörfern immer eine grosse Auszeichnung, die Heilige Familie zu empfangen.
„Betlehemezés”, das Krippenspiel, war immer einer der bedeutendsten Volksbräuche der Weihnachtszeit. Es ist  ein populäres Dramaspiel, ein Hirtenspiel. In diesem Spiel findet man sowohl heidnische, als auch christliche Elemente wieder.  Was war das urspüngliche Ziel dieses Spieles? Die bösen Geister mit Masken und Lärm zu vertreiben.
Der  ungarische Name  „Betlehemezés” ist auf die biblische Stadt, Betlehem zurückzuführen.
Die ersten Krippenspiele wurden noch in den Schulen durchgeführt und erst in dem 19. und 20. Jahrhundert ist es als bäuerlicher Volksbrauch in den Dörfern bekannt geworden.
Worum geht es während des Spieles?
Die Krippenspieler gehen von Haus zu Haus, von Familie zu Familie. Sie nehmen das kleine Modell von Betlehem mit, wo die Heilige Familie wohnt und tragen das Krippenspiel, die Geburt von Jesus nach der Bibel vor.
Die Hauptrolle  spielen die Hirten, von denen einer schlecht hört und seine Hirten-Kollegen oft missversteht. Das führt die Zuschauer häufig zum Lachen.  
Nach dem Spiel richten sie ihrer Gastgeberfamilie die guten Wünsche aus und die Gastgeber bieten ihnen etwas zum Essen an.
Regölés war früher ein weiteres, sehr verbreitetes Spiel. Was ist das? Was bedeutet es? Es wurde hauptsächlich von Jungen durchgeführt, die in den Dörfern von Haus zu Haus gingen. Dabei haben sie Lieder gesungen  und kleinere Gedichte vorgetragen, während deren sie auch den Bewohnern der Häuser  immer die guten Wünsche ausgerichtet haben. Die Gastgeber haben ihnen als „danke schön”  kleinere Geschenke übergeben.
Dieses Spiel heisst auf Ungarisch „regölés”.  Es wurde von 26. Dezember bis zum Neujahr aufgeführt.
Ein ständiges Element dieser Lieder und Gedichte war, dass Frauen und Männer häufig zusammengebracht wurden.
Am 27. Dezember  haben die katholischen Familien Wein in die Kirche gebracht, damit der Pfarrer ihn weiht.  Warum?
Dem geweihten Wein wurde magische Kraft zugeschrieben.
Damit wurden auch sowohl kranke Leute als auch Tiere geheilt. Aber es war auch wichtig, davon  in die Weinfässer zu gießen, damit der sich vorher im Fass  befundene Wein nicht verdirbt.
Der Haupttag der Weihnachtszeit in Ungarn war  der Heilige Abend.
Was kam auf den Tisch? Am 24. Dezember haben die katholischen Familien gefastet und am Abend haben sie  das Fasten- Abendessen verzehrt. Woraus bestand es?
Es bestand  landesweit aus  ganz einfachen und bescheidenen Lebensmitteln, denen man auch magische, meistens Gesundheit fördernde Kraft, zugeschrieben hat.
Es kamen Apfel, Walnuss, Honig, Knoblauch, Fastsuppe (Bohnensuppe ohne Fleisch) und ein einfacher Weihnachtskuchen mit Mohn auf den Tisch.
Ausser ihnen hat man auf den Tisch auch einige Körner gestreut. Später hat man davon dem Hausgeflügel zum Essen gegeben, damit es viele Eier bringt.
Im Frühling wurden sie als Saatgut benutzt, damit man viel Ernte hat.
Man hat auch  Stroh unter den Weihnachtstisch gelegt, der die Geburt von Jesus in der Krippe mit Stroh symbolisierte. Aus ihm wurde  später unter die Tiere als Streu gelegt, damit die Tiere gesund bleiben.
Im Kreis der Familie und Verwandschaft  wurde das Mittagessen am 25. Dezember gemeinsam verzehrt.

Frohe Weihnachten und alles Gute für das Neujahr wünsche ich Ihnen!

Budapest, 23.12.2014