Reisen in Ungarn - Ungarn Urlaub mit Spaß

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Ein bisschen Drogerie: vom Ameisenwasser bis zum Schwalben-Öl

Alte ApothekenglaeserDieses Jahr gab es öfters, lange angedauerte Grippeerkrankungen, unter denen viele Leute gelitten haben. Jeder versucht sie irgendwie zu heilen. Einige glauben an die moderne Medizin, die anderen eher an die altbewährten Volksrezepten aus Heilkräutern. Aber wie war es früher? Wie wurden einst die verschiedenen Krankheiten behandelt und woraus wurden sie hergestellt? Was hat die Viper mit der Drogerie zu tun? Gegen welche Krankheiten wurden Fuchslunge, Frosch-Öl oder Ameisen- Wasser empfohlen?


ie Behandlung der verschiedenen Krankheiten hing in den früheren Jahrhunderten stark davon ab, zu welchem Gesellschaftsstand der Patient gehörte. Nämlich durften die Ärzte  den Reichen, nicht das aus verstorbenen Tieren hergestellte Balsam empfehlen, mit dem die Armen behandelt wurden. Das ist ja klar. Vielleicht wären sie davon sogar noch gesund geworden. Die Reichen durften nur mit teuren Medikamenten kuriert werden, weil bloß sie den richtigen Stellenwert in der Gesellschaft hatten. Mit dem Motto: was teuer ist, kann nur gut sein, wurden viele Medikamente aus Edelsteinen, Perlen oder aus dem Stoßzahn des Elefanten hergestellt. Eine wahre Delikatesse war, die  ein weltweit bekanntes Wundermittel galt, das Viperfleisch.  Lieber Leser! Falls Sie keine starken Nerven haben, dann lesen Sie jetzt bitte nicht weiter. Weil die folgenden Zeilen in der Lage sind, Ihre Ruhe zu stören...
Also wurde das Viperfleisch mit Brotteig vermischt und kleine, runde Formen gemacht, deren Namen „trochiscus“ war. Erinnert Sie das Wort „trochiscus“ vielleicht an etwas? Noch nicht? Dann lesen Sie weiter. Der Verkäufer, der sie verkauft hat, hieß „trochista“. Genau! Daher kommt das Wort „Drogist“! Hätten Sie gedacht, dass wir eigentlich bei DM zum „Vipernfleisch“- Markt gehen? Vielleicht ist es besser, wenn wir davon nicht wissen...
Man soll aber nicht denken, dass die mittelalterlichen Apotheker z.B. wegen des Zahnes des Nilpferdes tatsächlich zum Niltal gefahren sind.  Die Apotheker steckten häufig mit den Ärzten unter einer Decke. Aus der Lebensgeschichte von Paracelsus wissen wir, dass die Apotheker in Basel eine gewisse Blutegelrasse für 6 Gold pro Stück verkauft hatten, mit der Begründung, dass sie mit einer über mehrere Wochen mit aus echten Perlen gemachter Lösung gefüttert wurden!
Aber was für weitere Mittel konnte man noch in den mittelalterlichen Apotheken auffinden? Das Angebot war unvorstellbar groß und bewegte die Phantasie. Nehmen wir einige Beispiele.  Das Mittel aus dem Ziegenbock- Blut wurde gegen Rippenschmerzen, das aus Fuchslunge, das in Essig gedünstet mit Pfeffer gemischt wurde, war gegen Husten und Lungenkrankheiten; das Frosch- Öl gegen Schlaflosigkeit,  das Ameisen-Wasser sollte das Gehirn fitt machen. Das Schwalben-Öl, das in Nussöl gekocht wurde, sollte die Nerven verstärken.
Zum Spinnen- Öl wurden 60 dicke Spinnen genommen und wurde gegen Fieber eingesetzt. Die kahlen Menschen haben in der Hoffnung, dass ihre „Kopfkrone“ wieder wächst, ihren Kopf mit Eidechsen- Öl eingerieben. Die Reihe der besonderen Medikamente ist ganz lang. Wie erfolgreich sie waren, davon ist keine Rede.
Für alle Fälle war  scheinbar die Leichtgläubigkeit der früheren Menschen nicht klein.
Ist das jetzt anders? Die Antwort überlasse ich Ihnen und wünsche Ihnen eine gute Gesundheit!

Budapest, 27.5.2015