Reisen in Ungarn - Ungarn Urlaub mit Spaß

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Von Martinstag über Mars bis zur Martinsgans

Martinsgans

Was hat St. Martin mit der Martinsgans zu tun?  Wie kommt Mars ins Bilde? Welche Wetterprognose wurde aus den weißen Knochen der Gansbrust abgeleitet?



Der auf dem Gebiet von Ungarn, in der früheren römischen Siedlung, Savaria geborene St. Martin lebte in dem IV. Jahrhundert und diente in seinen jungen Jahren als Soldat in der römischen Armee. 
Der Legende nach lag ein armer, nackter, lahmer Bettler unter dem Schnee.
St. Martin hat ihn bedauert und teilte mit ihm die Hälfte seines Soldatenmantels. In der Nacht darauf erschien Jesus St. Martin mit der Hälfte des Mantels, die der Heilige Martin auf die Schulter des Bettlers gelegt hat, dabei hat er erfahren, dass der Bettler Jesus selbst war.
Das ist eine seiner bekanntesten Legenden. 
Aber was hat Sankt Martin mit der Martinsgans zu tun?
Das ist auch auf eine seiner Legenden zurückzuführen, nach der die Bürger von Tours ihn zum Bischof der Stadt wählen wollten. Aus Bescheidenheit hat er sich in dem Gänsestall versteckt, aber die Gänse haben seinen Aufenthaltsort durch ihr lautes Geschnatter verraten und so haben die Bürger von Tours ihn aus dem Stall geholt und ihn zum Bischof ernannt.
Aber warum hat er sich ausgerechnet in dem Gänsestall versteckt und nicht in einem Pferdestall?
Die Wurzeln dieser Legende muss man in der Kultur der Römer suchen. Nämlich feierten die Römer einst am 11. November Aesculapius mit Gänsebraten und neuem Wein.  
Warum eben mit Gänsebraten? Weil die Gänse während des Kriegs zwischen den Galliern und Römern die Wache von Capitolium alarmiert haben, als die Gallier nachts die Burg erobern wollten.  
Und da Mars unter anderem auch der Gott des Krieges war, war es für die Römer selbstverständlich die Gans, deren  Truppe ihnen gegen die Gallier geholfen hat,   auch „Avis Martis“,  den „Vogel von Mars“ zu nennen. 
Diese Erklärung kann auch von der Seite der Natur soweit bestätigt werden, dass die Wandervögel, wie u.a. auch die Wildgänse  während der 2 Monate von Mars ihren Herbst-Hauptzug  haben.
Da die lateinische Version des Namens Martin „Martinus“ so viel bedeutet, wie dem „Mars ähnlich“, und eben die Gans der „Vogel von Mars“ ist, ist es leicht abzuleiten, warum man eben an seinem Tag Martinsgans isst.
Früher bereicherten auch zahlreiche Bräuche den Martinstag. Das Wirtschaftsjahr in der Landwirtschaft, das am Tag von Hl. Georg anfing, endete eben am Tag von Sankt Martin. Die Tiere wurden vor dem kalten Winter zu ihrer Winterunterkunft getrieben, die Arbeiter bekamen eben an jenem Tag ihren Gehalt.   So auch u.a. die Hirten, die früher am Tag von dem Heiligen Martin von Haus zu Haus gingen und beschenkt wurden.
 Er ist u.a. auch der Schutzpatron der Tiere. Diese „Aufgabe“ hat er übrigens auch von dem Gott Mars geerbt, der ursprünglich der Gott der Hirten war.
Man würde natürlich schon im November gerne wissen, wie der Winter sein wird, ob es kalt sein wird, viel Schnee fällt.  Es war mit unseren Ahnen auch nicht anders, sie hätten es auch gerne herausgekriegt. So haben sie versucht, am Tag von St. Martin auf verschiedene Art und Weise das Wetter im Winter vorherzusagen. 
Eine der Methoden der Vorhersage war, dass man sich den Brustknochen der Martinsgans angesehen hat. Wenn der Knochen weiß, sauber und durchsichtig war, dann rechnete man mit trockenem, hartem Winter.  Wenn der Knochen aber dunkel und nicht durchsichtig war, dann erwartete man einen milden Winter mit viel Niederschlag.
Nach einer anderen Methode meinte man, wenn es am Tag von Heiligen Martin schneit, dann wird der Winter mild.
Ein anderer weitverbreiteter Brauch war, den neuen Wein, der sich bis zu jenem Tag schon abgeklärt hat,  im Martin-Glas zu kosten und zu trinken.  Dazu wurde natürlich ein köstliches Mahl veranstaltet und die Martinsgans gegesssen.

Zu diesem Letzteren wünsche ich Ihnen guten Appetit und zum Tag von St. Martin viel Spaß!

Budapest, 11.11.2015

Elisabeth Balazs